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14. November 2018

Gut gelaunt kocht's sich besser

Mit irischem Witz, amerikanischer Gelassenheit und griechischem Feuer ist unser Trio sich einig: „Kochen muss Spaß machen, dann sind die Gaumenfreuden umso größer.“ Ina, Kevin und Chris wundern sich: „Wir haben schon oft gemeinsam gefeiert, doch noch nie zusammen gekocht. Das soll sich jetzt ändern.“

Gut gelaunt kocht's sich besser

Mit irischem Witz, amerikanischer Gelassenheit und griechischem Feuer ist unser Trio sich einig: „Kochen muss Spaß machen, dann sind die Gaumenfreuden umso größer.“ Ina, Kevin und Chris wundern sich: „Wir haben schon oft gemeinsam gefeiert, doch noch nie zusammen gekocht. Das soll sich jetzt ändern.“

Ina Teloudis

Ihr Vater? Grieche. Ihre Mutter? Halb holländisch, halb deutsch. Aufgewachsen ist Katharina, Ina gerufen, in der Nähe von Hamburg. Frisch, frank, frei, kess kommt sie daher. Und wortgewandt. Muss sie auch sein bei ihrem Job als Moderatorin bei Radio Ostseewelle in Rostock. Die junge Frau ist zudem eine erfahrene Familienmanagerin, kümmert sich um Sohn Nicky, zwei Katzen (Import aus Griechenland) und ihren „Ir(r)en“, den Ehemann Chris. „Ob ich eine gute Köchin bin? Nein, aber die griechische Küche liebe ich“, sagt Ina. Nach Griechenland reiste sie erstmals, als sie 30 wurde, gemeinsam mit ihrem Papa.

Kevin Nowlin

Kevin ist in New Orleans aufgewachsen. Die Stadt des Jazz punktet auch mit berühmter Küche, die als Schmelztiegel spanischer Rezepte, französischer Raffinesse, Cajun-Schärfe und frischer Zutaten gilt. Das inspirierte Kevin, Koch zu werden. Nach ein paar Jahren in dem Job, wo er am Golf von Mexiko, in Chicago, Seattle und Kentucky seine Gäste verwöhnte, studierte er Landschaftsgestaltung. Die Liebe verschlug ihn nach Rostock. „Hier bin ich glücklich, weil ich mich als Singlevater um meine beiden Kinder kümmern kann.“ In der Stadt an der Ostsee ist er als Englischlehrer unterwegs und genießt die lange Freundschaft mit Chris und Ina.

Christopher Cronin

Wer an der Südwestküste Irlands groß wird und zwei Brüder hat, die Fischer waren, der weiß, wie frischer Fisch schmeckt. Doch nicht nur die kulinarischen Traditionen seiner Heimat schätzt der charmante Ire, sondern auch die malerischen Dörfer, den wilden Atlantik, die großartige Musik. Vielleicht studierte er deshalb auch irische Landeskultur. Die Neugier trieb ihn nach Deutschland, wo ein buntes Leben wartete – als Dozent für Englisch, als Kneipier, als Musiker und als Dolmetscher auf Baustellen. Rostock wurde ihm zur Heimat. „Die irische Küche? Liebenswert! Allein unser Frühstück ist eine himmlische Angelegenheit.“

Eine mächtige Brise Seeluft bringt Kevin mit, als er in Inas und Chris‘ Wohnung eintrifft. Schließlich hat er den ganzen Tag auf einer Fähre verbracht. Von Rostock aus ging’s nach Dänemark und wieder zurück. „Nicht zum Vergnügen“, erklärt er. „An Bord gebe ich der deutschen Crew Englischunterricht.“ „Da kenne ich schlechtere Arbeitsplätze“, meint Chris und öffnet für Kevin und sich vor dem Start in die Kochrunde erst einmal eine Flasche Bier. Der Feierabend-Schluck ist ein Genuss! Wie auch der Blick durch die Fenster vom dritten Stock aus auf Rostocks Dächer und den Warnowstrom. Nicky hüpft von einem Bein aufs andere. „Geht es endlich los?“, will der Sohn von Ina und Chris wissen. Dem Trio ist das Signal des Fünfjährigen Befehl. Schwuppdiwupp liegen die Bretter auf dem Tisch, wird das Gemüse herbeigezaubert. Das Schnippeln beginnt. Nicky will unbedingt helfen und reicht Mama die Knoblauchpresse. „Als ich bei Inas Eltern zum ersten Mal zu Besuch war, roch die ganze Etage nach Knoblauch, aber die Kolokithakia tiganita mit dem Walnussdip waren einfach göttlich“, erzählt Chris. „Und ich erinnere mich an die Weißkohlkrautschneidemaschine, die bei uns im Keller stand“, berichtet Ina. „Krautsalat essen die Griechen ja in allen Variationen.“ Kevin schmunzelt: „Eure Geschichten erinnern mich an das Café du Monde in New Orleans, meiner Heimatstadt. Seit 1862 befindet es sich im historischen Viertel French Quarter und hat rund um die Uhr geöffnet. Der ganze Fußboden ist mit weißem Puderzucker bestreut. Das kommt von den Beignets, die dortige Spezialität, die einfach köstlich schmeckt.“ „Da müssen wir mal hin“, ruft Ina, kostet vom Walnussdip und jammert: „Zu salzig. Kevin, du bist doch der Koch, was mache ich jetzt?“ „Gib einfach ein bisschen Haselnussmehl und die entsprechende Flüssigkeit hinzu.“ Der Mann aus New Orleans wird für seine kreative Idee gelobt. Blitzschnell würfelt er Sellerie, Tomaten und Paprika. „Kein Wunder“, meint Chris, „eben ein Profi.“ Mit Hingabe widmet er sich dem Zwiebelschneiden für Kevins Garnelentopf. „Gewöhnlich setze ich dazu meine Schwimmbrille auf“, flachst er. Ina steht bereits am Herd und prüft, ob das Olivenöl, das ihre Mutter immer aus Griechenland mitbringt, genügend Hitze für ihre Vorspeise hat. Sie gibt einen Tropfen Wasser ins Öl. „Ja, es spritzt, dann ist es heiß.“ Kevin zerlässt Butter in der Pfanne, hofft, dass ihm die Mehlschwitze klümpchenfrei gelingt und verrät einen Trick. „Statt Butter kann man auch Öl nehmen, da brennt nichts so leicht an.“ Ina hat ihre gebratenen Zucchini auf Küchenkrepp platziert. Während die Männer noch in der Küche werkeln, checkt sie schnell mal die Nachrichten auf ihrem Handy. Als Moderatorin muss sie über das, was auf der Welt im Großen und im Kleinen geschieht, Bescheid wissen. „Ich informiere über Aktuelles vom Tage, über Veranstaltungen, über Sport, über das Wetter und plaudere mit den Hörern über Erlebnisse.“ Oft ist sie auch mittendrin in einer Veranstaltung, wenn ihr Sender live aus „Meck-Pomm“ berichtet. „Da kommt mir zugute, dass ich Land und Leute kenne“, sagt sie. Man glaubt nicht, dass sie einmal den Beruf der Pferdewirtin erlernt hat. Die Tierliebe ist geblieben. Das beweisen die Katzen Greg und Harry und ihre Mitgliedschaft in einem Verein, der sich um streunende Tiere kümmert. Chris kocht Pudding. „Trifle mache ich zum ersten Mal. Meine Mutter hat es oft gekocht. Apropos Mutter: Kennt ihr das Buch ‚Die Asche meiner Mutter‘?“, fragt er in die Runde. „Es geht um die irische Geschichte, um eine bitterarme Kindheit in Irland.“ Irland ist auch durch Chris‘ Musik unter den dreien immer gegenwärtig. Mit seiner Band „Any Excuse“ – er am Knopfakkordeon oder an der Mandoline – spielt er mit seinem Partner auf Festivals eine abwechslungsreiche Mischung aus traditioneller irischer Folkmusik und bekannten Werken aus der Rock- und Popgeschichte. Ina erinnert ans Essen und lädt zur Verkostung ihrer Vorspeise ein. „Das ist ein toller Auftakt zu unserem diesjährigen Griechenlandurlaub.“ Die drei stoßen mit einem Glas Rotwein an. Und wie man hinterher hörte, wurde es ein noch sehr lustiger Abend.

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