Wer gern guten Eiskaffee trinkt, kennt es: Kaffee kochen und stundenlang warten, bis er abgekühlt ist. Oder mit guter Planung morgens mehr auf Vorrat zubereiten. Als schnelle Variante: heißen Kaffee mit unzähligen Eiswürfeln abkühlen, aber auch verwässern. So hat auch Michael Arlt es früher gemacht: „Ich bin, seit ich 15 war, ein großer Eiskaffee-Junkie“, verrät er. Nach der Schule war er für ein Jahr in den USA und lernte dort Kaffeekonzentrate kennen. „Als ich zurück nach Deutschland kam, habe ich das total vermisst.“
Als Tüftler zum Erfolg
Er fing an zu experimentieren, unter einfachsten Bedingungen in der Küche zu Hause. Testete Cold-Brew-Verfahren und das Konzentrieren von Kaffee durch Verdampfen, aber beides überzeugte ihn geschmacklich nicht. Da er immer schon gern tüftelte, ließ er nicht locker. Er erinnerte sich an den Chemieunterricht und das Verfahren der Umkehrosmose. „Ein befreundeter Chemiker stellte mir sein Labor zur Verfügung. Hier ist dann das Grundkonzept für die Rezeptur entstanden.“ Vereinfacht gesagt: Der gebrühte Kaffee wird durch eine Membran geschleust. Wasser geht durch, der gelöste Kaffee bleibt zurück. Der damals 18-jährige Michael Arlt war überzeugt, dass hier eine Geschäftsidee schlummerte. „Bei uns in Deutschland kannte man Kaffeekonzentrate zu der Zeit noch nicht“, erklärt er. Als 15-Jähriger hatte er sein erstes Gewerbe angemeldet, verdiente im Onlinemarketing schon als Schüler Geld und arbeitete in seinem Auslandsjahr als Videograf. „Alles, was ich damit verdient hatte, habe ich dann 2021 in die Entwicklung der neuen Firma gesteckt. Ich wollte immer unabhängig bleiben und habe bewusst keine Investoren gesucht.“
Ideen in vielen Sorten
Der Firmenname ist eine Kombination aus dem Gruß „Moin“ und dem englischen Wort „try“, also: einfach mal versuchen! Zum Team gehören mittlerweile 14 Leute, im Sortiment sind 25 Sorten – sechs davon gibt es immer, einige sind Saisonware, manche limitierte Edition ist dabei, ebenso Varianten ohne Koffein und Zuckerzusatz, jeweils in Glasfläschchen mit 100 oder 300 Milliliter Inhalt. Das Konzentrat wird einfach mit Wasser oder Milch heiß oder kalt gemixt – 30 Portionen stecken in der 300-ml-Flasche, von der Michael Arlt eine halbe Million pro Jahr in Berlin produzieren lässt. Die Kaffeebohnen sind biozertifiziert und stammen aus fairem Handel. Die persönliche Lieblingssorte des Chefs? „Ganz klassisch – Vanille“, sagt er. „Und im Winter Toffee-Nut.“ Die schmeckt dem überzeugten Eiskaffeetrinker sogar heiß. Erhältlich in vielen famila- und Markant-Märkten.