Liebevoll Griechisch
„Lovestory“ nennt das Familienunternehmen Apostel aus Garbsen bei Hannover seine Firmengeschichte – und das nicht nur, weil hier Zaziki, Joghurt und andere griechische Spezialitäten mit sehr viel Liebe und Sorgfalt hergestellt werden.
Die mediterrane Lovestory klingt wie ein modernes Märchen: Es war einmal ein junger Grieche namens Apostolos Papapostolou, der in den 1960er-Jahren seine Heimat verließ und nach Hannover kam. Er begann, sich eine Existenz in der Gastronomie aufzubauen, mit griechischer Küche und viel Sinn für Qualität. Auf dem Leitspruch des Arztes Hippokrates aus der Antike – „Unsere Gesundheit hängt von unserer Ernährung ab.“ – baute der Apostel-Gründer seine Firmenphilosophie auf, der er immer treu geblieben ist. Bis heute bilden eine gesunde Ernährung und eine bewusste Lebenseinstellung die Grundlage für alle Produkte und Unternehmensentscheidungen bei Apostel.
Bodenständiger Familienbetrieb
1970 eröffnete Apostolos Papapostolou sein erstes Bistro in Hannover im Gebäude eines Kinos. Damals lief dort der Blockbuster „Love Story“, der zu großem Andrang und ausverkauften Vorstellungen führte. Die Wartezeit bis zum Einlass überbrückten die Kinofans gern in Apostolos' Bistro. Das Bistro wurde zum Restaurant, dem später neun weitere Restaurants in ganz Hannover folgten. Aus dem Heimatdorf von Apostolos, Trikala auf der Halbinsel Peloponnes, folgten ihm in den nächsten Jahrzehnten ganze Busladungen nach: Verwandte, Geschwister, Cousins, Cousinen und Freunde wollten mitarbeiten. Mehr als 70 Personen wurden von ihm ausgebildet, die später eigene Restaurants eröffneten. Noch heute sind das Unternehmen und sein Netzwerk so etwas wie ein großer Familienbetrieb, der die Küche der Heimat repräsentiert.
Rezepte wie zu Hause
Apostolos Papapostolou brachte mediterrane griechische Gerichte, die hierzulande noch unbekannt waren, auf die Speisekarte. So wurde der griechische Bauernsalat in Hannover von ihm neu erfunden – mit heimischen Zutaten, die dem Original am nächsten kamen. Die typischen Souvlaki-Spieße kamen mit deutschem Fleisch auf die Teller. Ähnlich lief es beim Zaziki, dem unverzichtbaren Bestandteil der griechischen Küche: Auch hier wurden traditionelle Rezepte mit hiesigen Zutaten neu kreiert. Das Zaziki entwickelte sich bei den Restaurantgästen zum Dauerbrenner, sodass der Chef die Marktlücke erkannte und erstmals Zaziki in Bechern abpackte, direkt im eigenen Restaurant. Das war zur damaligen Zeit etwas völlig Neues – Griechenland zum Mitnehmen in die heimische Küche und an den Grill.
Die Rose als Markenzeichen
Als Markenzeichen der Firma Apostel signalisiert das Familienwappen, die Rose, dass es sich um das Original handelt. Heute sind zur Basis, dem cremigen griechischen Naturjoghurt, und dem daraus entstandenen Zaziki noch eine Reihe weiterer Produkte hinzugekommen: Sour Cream, Kartoffelcreme, Aioli und ganz neu die mediterranen Cremes mit Gemüse und Feta als Dip oder Brotaufstrich. Die Produktion ist wie die Gastronomie nach und nach gewachsen. Seit rund 30 Jahren ist das Unternehmen in Garbsen bei Hannover zu Hause. Immer wieder wurde seither angebaut und erweitert. Heute produziert Apostels in mehreren modernen Hallen mit rund 80 Mitarbeitern nach eigenen Methoden und zertifizierten Standards. Tradition und Zusammenhalt werden weiter großgeschrieben. Einmal wöchentlich setzt sich die Belegschaft zum gemeinsamen Essen zusammen.
Zutaten aus eigenem Anbau
Die Qualität der Zutaten ist für Cristobal Guzman (Foto Seite 47 oben), seit 2016 Geschäftsführer bei Apostels, ein enorm wichtiger Teil des Erfolgsrezepts. Die pasteurisierte Vollmilch für die Produkte, etwa 25 Millionen Liter pro Jahr, liefert ein Milchviehbetrieb aus dem niedersächsischen Wagenfeld. Daraus wird in Garbsen der Joghurt in einem Langzeitverfahren fermentiert. Er kommt pur in den Handel und ist die Basis für die anderen Produkte. Das Olivenöl reist aus Griechenland an. Knoblauch, Gurken, Tomaten und weiteres Gemüse wächst auf eigenen Vertragsflächen in Andalusien. Die verwendete Salatgurkensorte ist besonders kernarm, sodass kein wasserhaltiges Kerngehäuse den Geschmack des Zazikis beeinträchtigt. Die Agrarsparte wurde von Cristobal Guzman, einem gebürtigen Spanier, aufgebaut. „Wir haben so die Möglichkeit, die Rohstoffe, die wir verwenden, ganzjährig in eigener Regie anzubauen und die Qualität nach unseren Maßstäben zu kontrollieren. Es wird nur das produziert, was wir auch selbst essen würden.“ Für stetige Kontrollen sind die Fachkräfte im hauseigenen Labor zuständig. Der wichtigste Ort in der Produktion ist der Mischraum, in dem alle Zaziki-Zutaten computergestützt zusammengeführt werden. So kann man sicher sein, dass die würzige Delikatesse, die inzwischen seit Jahrzehnten in Niedersachsen entsteht, noch immer ganz genauso lecker schmeckt wie im Griechenland-Urlaub.