Revolution des Eierlikörs
Von wegen altmodisches Likörchen: Der Klötenköm von Andreas Werner spricht auch das junge Publikum an. Die Steingutflasche macht richtig was her, und die Illustrationen von Comiczeichner Volker Nökel, der auch „Werner“ kolorierte, tun ihr Übriges. Aber vor allem stecken gute Zutaten in der flüssigen Delikatesse.
Hühner zeichnen kann er, das geht blitzschnell. Volker Nökel sitzt am Schreibtisch in seinem charmanten Landhaus im schleswig-holsteinischen Fahren und malt verschiedene Hühner für die Eierlikör-Flaschen. „Genießerisch soll das Huhn aussehen, entspannt und auch ein bisschen stolz“, erzählt der 70-Jährige. Andreas Werner, sein gut 30 Jahre jüngerer Freund, guckt ihm über die Schulter. „Absolut gelungen, finde ich.“ Der ehemalige Zeichner des Brösel-Verlags und der Jungunternehmer haben sich gesucht und gefunden. Ihr gemeinsames Ziel: Der Eierlikör verdient einen besseren Ruf und soll auch bei jüngeren Leuten gut ankommen. Dazu gehört eben auch das richtige Design. Vor gut eineinhalb Jahren brachte Andreas Werner mit seiner Firma Spitzmund den Klötenköm erstmals auf den Markt, abgefüllt in hochwertigen schwarzen Steingutflaschen. „Mittlerweile habe ich schon mehrere Auszeichnungen im Spirituosenbereich gewonnen“, sagt der ehemalige Barkeeper stolz. Der Klötenköm kommt an – nicht nur bei Fachjurys, sondern auch bei den Kunden.
Rum, Vanille und ganz viele Eier
Der Erfolg des Produkts liegt natürlich vor allem in den Zutaten. „Meine Frau hat Eierlikör immer selbst gemacht, mit Rum und Kondensmilch“, erzählt der sympathische Schleswig-Holsteiner. „Der Geschmack durch den Rum war super, aber ich wollte etwas ohne Milch oder Sahne kreieren.“ Herausgekommen ist ein Mix aus vielen Eiern, Zucker, Agraralkohol, Vanille und Jamaika-Rum. Produziert wird in einer Manufaktur in Norddeutschland. Der Alkoholgehalt: satte 20 Prozent. „Der liegt bewusst so hoch, damit der Rumgeschmack zum Beispiel beim Backen nicht neutralisiert wird.“ Zwei weitere Pluspunkte hat der Klötenköm: Er ist laktose- und glutenfrei.
Klötenköm: Vielleicht auch bald in Wacken?
Der Begriff Klötenköm kommt aus dem Plattdeutschen. Ein bisschen drängt sich das Bild einer betagten Kaffeeklatsch-Runde auf, die nachmittags ihr „Likörchen“ genießt. Andreas Werner muss lachen: „Ich habe ein Faible für leicht verstaubte Drinks.“ Seit 2012 vertreibt er auch drei verschiedene Gin-Sorten. „Damals war Gin noch lange nicht so hip wie jetzt.“ Der Eierlikör müsse nicht ebenfalls durch die Decke gehen, aber etwas mehr Aufmerksamkeit wäre toll“, so der 39-Jährige. „Der Klötenköm ist unglaublich vielseitig.“ Pur oder mit Limonade gemixt, in Kombination mit Espresso oder jetzt zur Osterzeit für die leckere Eierlikörtorte – geht und schmeckt alles. „Mein Ziel ist, den Eierlikör in Wacken groß rauszubringen. Heavy-Metal-Fans, die Klötenköm genießen – die Vorstellung gefällt mir.“