Aus dem Dunkel ans Licht
CHICORÉE ergänzt die Salatvielfalt mit charakteristischem, leicht bitterem Geschmack und knackigem Biss.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
„Bei Chicorée denke ich sofort an den Salat meines Vaters, den er oft sonntags für uns gemacht hat. Dafür Chicorée in Streifen schneiden, mit Dosenmandarinen oder frisch geschnittenen Orangenstücken mischen und mit einem Dressing aus Öl und Dill servieren. Ein einfaches, sehr leckeres Rezept.“
Mandy Stieger, Obst- und Gemüseexpertin im famila-Warenhaus Diepholz
Im Sommer sieht er aus wie übergroßer Löwenzahn. Den Winter verbringt er in abgedunkelten Kühlhäusern, mit den Füßen im Wasser und später in eigenen Kästen mit Deckel in der Obst- und Gemüseabteilung. Die Rede ist vom Chicorée, ein leckerer Kandidat aus dem Gemüsereich. Auf Feldern wachsen, reifen, geerntet und gegessen werden? Nichts für den Chicorée! Alles ist so ungewöhnlich, dass es bis heute verwundert, dass dieses Gemüse überhaupt kulinarisch entdeckt wurde. Was für ein Glück, denn Chicorée bereichert die Salatvielfalt aufs Feinste.
Pflanze voller Besonderheiten
Chicoréepflanzen wachsen bis zum Herbst, wenn ihre Blätter abgeerntet und als Viehfutter verwendet werden. Die Wurzeln werden ausgegraben und sorgsam in Kühlhäusern eingelagert. Portionsweise kommen sie von hier aus in die sogenannte Treiberei, wo sie in dunklen, warmen Räumen in großen Wasserschalen stehen. Bei kuscheligen 18 Grad sprießen nach etwa drei Wochen die länglichen Blätter zu den Knospen, die schließlich als Chicorée im Laden liegen. Damit die Salate ihre Blässe und den dezent herben Geschmack behalten, sollten sie möglichst wenig Licht abbekommen – daher auch die lichtdichten Kisten, in denen sie im Handel liegen.
Ein Hoch auf den Zufall
Die Entdeckung dieses besonderen Salatkopfes soll einem belgischen Landwirt zufällig geglückt sein. Als er seine eingelagerten Zichorienwurzeln begutachtete, sah er, dass aus ihnen kräftige Sprossen wuchsen. Er beschloss, das Gemüse wenig später auf der Landwirtschaftsmesse im Jahr 1873 zu präsentieren. Das Interesse war groß, und seitdem wird Chicorée in aller Welt geliebt – als Salat, mit Käse überbacken oder auch mit Reis und Garnelen.
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