Braten mit Charakter
Zart, saftig und mit feiner Marmorierung: Der Schweinerücken vom Strohschwein steht für erstklassigen Geschmack und verantwortungsvolle Tierhaltung. Dieses besondere Bratenstück erzählt die Geschichte von Tierwohl und handwerklicher Sorgfalt für traditionsbewussten und zugleich zukunftsorientierten Fleischgenuss.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
„Schweinerücken vom Strohschwein esse ich sehr gern, am liebsten unseren Rollbraten nach Art eines Cordon bleu mit Kochschinken und Gouda. Dazu Rosmarinkartoffeln und Speckbohnen – für mich ein echtes Winter-Wohlfühlgericht.“
Tino Meißner, Fleischexperte im famila-Warenhaus Osterholz-Scharmbeck
Das Essen von Schweinefleisch hat in Mitteleuropa eine lange Tradition. Schon vor Jahrhunderten gehörte das Schwein zum festen Bestandteil bäuerlicher Betriebe. Es war genügsam, verwertete Abfälle und lieferte wertvolles Fleisch, Fett, Dünger und sogar Borsten. Früher lebten die Tiere meist im Freien oder in kleinen Ställen mit Auslauf – und das spiegelte sich geschmacklich auch im Fleisch wider. Die Haltungsform war für die Menschen arbeitsintensiv, aber sie ermöglichte den Tieren viel Bewegung und die für sie wichtigen sozialen Kontakte. Ein Aspekt, der in der modernen Tierhaltung großenteils verloren ging.
Genuss mit gutem Gewissen
Mit der Industrialisierung und dem wachsenden Fleischbedarf in der Nachkriegszeit wurde die Tierhaltung mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit optimiert. Schweine wurden zunehmend in großen Beständen gehalten, die Produktion rationalisiert. Effizienz, Wachstum und günstige Preise standen jahrzehntelang im Vordergrund. Doch der Preis für Tiere und Umwelt war hoch. Deshalb begannen viele Menschen, sich wieder nach Fleisch aus verantwortungsvoller Haltung zu sehnen: ehrlich, nachvollziehbar und mit gutem Gewissen genießbar. Hier kommt das Strohschwein ins Spiel.
Viel Bewegung und Komfort
Der Begriff Strohschwein steht für eine besonders tierfreundliche Haltung, bei der Schweine in großzügigen Ställen mit Stroheinstreu leben. Das Stroh sorgt nicht nur für Wärme und Komfort, sondern auch für Beschäftigung. Die Tiere können wühlen, schnüffeln und ihrem natürlichen Erkundungstrieb folgen. Diese Form der Haltung wirkt sich direkt auf die Fleischqualität aus. Durch mehr Bewegung und weniger Stress entwickeln Strohschweine eine feinere Marmorierung und einen tollen Geschmack. Besonders der Schweinerücken, auch als Lachs oder Karree bekannt, profitiert davon. Durch die gute Fütterung und das natürliche Wachstum bleibt das Fleisch saftig, überzeugt durch zarte Fasern und ein intensives, leicht nussiges Aroma. Ob als zartrosa gebratener Rücken im Ganzen – wie bei unserem Rezept für Schweinebraten im Speckmantel auf der folgenden Seite –, zum Kurzbraten in Medaillons geschnitten oder als gefüllter Rollbraten im Ofen gegart: Der Schweinerücken vom Strohschwein ist vielseitig, aromatisch und steht für eine neue Wertschätzung des Lebensmittels Fleisch. Die Haltungsbedingungen für die Strohschweine erinnern daran, dass wahrer Genuss immer mit Respekt vor Tier und Natur beginnt.
Rezept