Der Bio Monsieur Jean Bernard wird als Käsespezialität von der Dorfkäserei Söbbeke angeboten. Er ist ein feinwürziger Weichkäse mit 60 Prozent Fett in der Trockenmasse – ein Käse mit Doppelrahmstufe, der aus pasteurisierter Kuhmilch hergestellt wird. Er reift fünf Wochen und hat eine Rinde aus Weißschimmel und Rotkulturen, die zum Verzehr geeignet ist. Die Molkerei Söbbeke ist im Münsterland ansässig und produziert ihren Käse unter anderem in dem Ort Rosendahl – der wiederum eine enge Beziehung zu der Geschichte des Käses namens Monsieur Jean Bernard hat.
Deutsch-französische Käsetradition
Um die historischen Bezüge zu dieser Käsekreation zu verstehen, versetzen wir uns ins 18. Jahrhundert zurück, in die Zeit der französischen Revolution. Die Mönche des Trappistenklosters im französischen Ort Entrammes mussten damals fliehen und fanden Zuflucht in Rosendahl im Kloster Darfeld, das ihnen bis 1815 ein neues Zuhause bot. Die Gemeinde Rosendahl liegt im Münsterland zwischen Coesfeld und Steinfurt. Entrammes ist eine französische Gemeinde im Loiretal. Im Rahmen einer Partnerschaft wird noch heute an die Verbindung zu den Mönchen des Trappistenklosters mit regelmäßigen Treffen erinnert. Die Käsemacher von Söbbeke pflegen diese Erinnerung auf ihre Art und haben in Anlehnung an die deutsch-französische Tradition für ihr Haus einen eigenen Käse in Frankreich entwickeln lassen. Der erste französische Weichkäse des Unternehmens wird in den Vogesen produziert. In Erinnerung an die Mönche aus Entrammes und ihren Abt Bernard de Girmont bekam er den Namen „Monsieur Jean Bernard“.
Grenzenloser Genuss
Monsieur Bernard ist ein Grenzgänger, wenn man es geschichtlich betrachtet, denn es besteht eine enge Beziehung zum bekannten und geschätzten Trappistenkäse. Es wird berichtet, dass die französischen Mönche, als sie im Februar 1815 das Kloster Darfeld wieder verließen, ein französisches Kloster gründeten und es Port du Salut nannten. Diesen Namen erhielt auch ihr Trappistenkäse, dessen Herstellungsgeheimnis sie aus dem Münsterland mitgebracht hatten. Dazu gibt es noch eine Anekdote, die von den Käsemachern der Dorfkäserei Söbbeke gern erzählt wird: Ein Bauer aus Rosendahl, der seine Kühe nach Frankreich verkaufte, traf bei einer Rast nahe Entrammes einen Mönch. Die Männer luden sich gegenseitig zum Verkosten ihres Käses ein, den beide gleichermaßen lobten. Diese hübsche Geschichte verdeutlicht, warum das Bild auf der Verpackung des Monsieur Jean Bernard wohl weniger einen Mönch als vielmehr einen freundlichen Kuhhirten zeigt.