Meeresschönheit
Sie weckt die Sehnsucht nach Urlaub im Süden und wirkt durch ihr goldenes Band auf der Stirn wie eine Königin: die Dorade Royal. Der auch als Goldbrasse bekannte Speisefisch ist nicht nur bei Genießern rund ums Mittelmeer sehr beliebt, sondern kommt auch bei uns immer häufiger auf den Teller. Im antiken Griechenland war die Dorade sogar der Liebesgöttin Aphrodite geweiht.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
„Die Dorade Royal ist äußerst gesund und lecker. Etwas Rosmarin, Knoblauch und Olivenöl dazu und dann in die Pfanne, den Ofen oder auf den Grill – es kommt immer ein wenig Urlaubsgefühl auf! Für mich ist sie ein ‚Gesellschaftsfisch‘, denn meist genieße ich sie gemeinsam mit Familie oder Freunden.“
Thilo Schmitz, Warenbereichsleiter Fisch bei famila Nordost
Die meisten Fischfans lernen die Dorade Royal wohl im Urlaub kennen und lieben, ist sie doch einer der typischsten Mittelmeerfische überhaupt. Die Verbreitung reicht aber auch bis in den Atlantik und ins Schwarze Meer. Zu finden ist der tagaktive Salzwasserfisch küstennah in Tiefen von bis zu 150 Metern. Doraden haben eine leicht rundliche Körperform und werden im Durchschnitt 30 Zentimeter lang und bis zu 2,5 Kilo schwer. Echte Prachtexemplare messen sogar bis zu 70 Zentimeter und wiegen weit über 10 Kilogramm.
Grätenarmer Leckerbissen
Das saftige, feste, magere und fast grätenlose Fleisch der Dorade Royal und die problemlose Zubereitung machen sie zum perfekten Speisefisch – und zwar sowohl gegrillt als auch gebraten oder im Ofen gegart. Das Aroma ist feinwürzig, und die Dorade gilt als der geschmacksintensivste Fisch in der großen Familie der Meerbrassen. Auf dem Speiseplan der Doraden stehen größtenteils Krebstiere, Muscheln und Seeigel. Dank ihrer kräftigen Mahl- und Schneidezähne können Doraden problemlos auch sehr harte Schalen knacken. Neben diesen Leckereien gönnen sie sich zwischendurch aber auch mal etwas pflanzliche Nahrung.
Faszinierende Zwitterwesen
Die Dorade Royal wurde im alten Griechenland nicht nur wegen ihrer edlen Verzierungen verehrt: Ein sichelförmiges, meist dunkel umrandetes Goldband verläuft auf der Stirn zwischen den Augen der Meeresschönheit, goldene Flecken schmücken ihre Wangen. Noch dazu hat dieser Fisch eine spezielle biologische Besonderheit: Er ist zweigeschlechtlich. Doraden werden als Zwitter geboren und sind die ersten beiden Jahre ihres Lebens männlich, danach weiblich – dies fasziniert die Wissenschaft bis heute. Übrigens lässt ein italienischer Text aus dem Jahr 1490 vermuten, dass der Begriff Dorade eine Entlehnung aus dem Spanischen ist. Dort heißt das Verb „dorar“ vergolden. So weist die stolze Dorade Royal auch mit ihrem Namen auf ihre hübsche Stirn hin. Schon die Römer hielten Doraden in flachen Lagunen und extra angelegten Meerwasserbecken. Umso verwunderlicher, dass dieser hochwertige Speisefisch im heutigen Europa erst seit den 1980er-Jahren größtenteils in Aquakulturen gezüchtet wird, vor allem in Griechenland und Kroatien. So sind Doraden ganzjährig erhältlich, je nach Wunsch frisch oder tiefgefroren. Am besten schmecken sie von Juli bis Oktober. Meist werden sie im Ganzen gegrillt oder gebraten, sie eignen sich aber auch für Sushi oder Sashimi. Oder wie wäre es mit unserem Rezept für gegrillte Dorade mit Couscous-Minze-Salat auf der folgenden Seite? Einfach ausprobieren!
Rezept