Durstlöscher für eine bessere Welt
Die Limonaden und Eistees von Lemonaid aus Hamburg sind viel mehr als nur erfrischend lecker. Jede verkaufte Flasche unterstützt soziale Projekte in Südamerika, Afrika und Asien. Auf diese Weise kamen bisher mehr als 13 Millionen Euro zusammen.
Foto(s): Henrik Matzen
Es klingt wie ein klassisches Märchen der Generation Sinnsuche: Drei Freunde kündigen ihre sicheren Jobs, pressen in einer Hamburger WG-Küche frische Limetten, geben Rohrzucker dazu – und mischen mit dem Ergebnis den Limo- Markt auf. Doch als Paul Bethke, Jakob Berndt und Felix Langguth (Foto links) 2009 in Hamburg die Firma Lemonaid gründeten, ging es ihnen um mehr als ein hippes Lifestyle-Getränk. Ihr Ziel: eine Limonade, die die Welt nicht nur erfrischt, sondern ein Stück fairer macht.
Stärkung lokaler Initiativen
„Paul war zuvor in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv und hatte festgestellt, dass die Unterstützung nicht immer da ankommt, wo die Menschen sie wirklich brauchen“, erzählt Felix Langguth. So entstand die Idee, mit einem eigenen Unternehmen die nötigen Mittel zu erwirtschaften. Mit einem festen Betrag pro verkaufter Flasche und Teebeutelbox erreicht das Geld die sozialen Projekte dort, wo die Rohstoffe für die Limonaden und Eistees herkommen – in sieben Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens. Der gemeinnützige Verein Lemonaid Chari- Tea e.V. kümmert sich um die Projektförderung vor Ort. In den letzten Jahren kamen mehr als 13 Millionen Euro zusammen. „Sokonnten wir bisher rund 100 soziale Projekte unterstützen. Davon haben 22.000 Menschen direkt profitiert“, berichtet Vereins- Vorständin Aileen Puhlmann. „Dazu gehört derzeit der Aufbau einer Keramikwerkstatt für die indigene Gruppe der Batwa in Ruanda.“
Vom Küchentisch in die Regale der Nation
Bei aller Begeisterung für die wirksame Hilfe gelte aber auch: „Unsere Limonaden wie die Lemonaid Limette, Maracuja oder Orange müssen richtig gut schmecken“, betont Felix Langguth. Die Anfänge im Hamburger Schanzenviertel waren noch von Handarbeit geprägt. Die Gründer wollten ein Produkt schaffen, das sich absetzt von herkömmlichen Brausen. Das Konzept: bio-zertifizierte Zutaten, Direkthandel mit Kleinbauernkooperativen und ein Verzicht auf künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Neben der klassischen Limonade, die eine befreundete Mosterei für Lemonaid herstellt, etablierten sie die Eisteemarke ChariTea in verschiedenen Sorten. Inzwischen sind Limo-Freunde aus vielen Ländern Europas auf den Geschmack gekommen. Millionen der markanten 300-Milliliter-Flaschen verlassen jedes Jahr die Abfüllanlagen – um damit die Welt ein kleines bisschen fairer zu machen.