Leidenschaftliche Braukunst
Hiddenseer heißen die neuen Kreationen. Helles, Pils und Weizen stehen für den klassischen Stil und gesellen sich zu den seltenen Bieren, die in Rambin auf Rügen gebraut werden. Markus Berberich, Gründer der Rügener Insel-Brauerei, ist überzeugt von handwerklicher Braukunst nach historischem Vorbild.
Foto(s): Frederik Röh
Besondere Naturhopfen, Tennenmalz, offene Gärung, Flaschenreifung: Mit diesen Zutaten und diesem Konzept geht das Erfolgsrezept der Rügener Insel-Brauerei weiter. Zu all den Auszeichnungen für die seltenen Biere kam für das Hiddenseer Weizen, das es auch alkoholfrei gibt, der Titel „World’s Best Wheat Beer 2025“ hinzu. „Auf Wunsch unserer Kunden wollten wir einen besonderen Beitrag zu den klassischen Bierstilen leisten“, so Brauereichef Markus Berberich. „Die Insel in unserer Gemeinde, das kleine Hiddensee, hat mich inspiriert. Ihren Charakter wollte ich einfangen.“ Das Ergebnis sind sehr ursprüngliche Biere in der Halbliterflasche, die erfrischend und süffig schmecken – ein Geschmack, als wäre die Zeit stehengeblieben. Zum weltbesten Weizen sagt Bier-Sommelière Katharina Rolshausen, Chefredakteurin von „Hopfenhelden“: „Das Bier, stilgerecht ungefiltert, schimmert goldgelb – so sehr, dass Düne und Meer im Hintergrund verblassen. Der Duft: angenehme Bananen-Noten, etwas Brioche und Blütenhonig, nur ein Hauch Nelke. Die Kohlensäure ist angenehm, der Körper fast schlank.“
Das erste Kreidebier der Welt
Das erste Kreidebier der Welt 2015 begann die Geschichte der Insel-Brauerei mit dem ersten Bier der Welt, das mit kreidehaltigem Wasser gebraut wurde – ein Bier, das fast wie Champagner schmeckte. Außergewöhnliche Eigenkreationen wie Baltic Dubbel, Baltic Ale, Insel Kreide oder Meerjungfrau folgten. 30 Biere gehören heute zum Portfolio. Einzigartig sind die ganz in Papier eingewickelten Flaschen. Geschichten sind abgebildet, in der Natur verwurzelt. Mit der Röstung der Malzsorten entstehen Biere von unterschiedlicher Farbe: strohgelb, kastanienbraun bis hin zu tiefschwarz. Das Tennenmalz beispielsweise kommt aus Tschechien, wo es in Gewölben lagert und von Hand gewendet wird. Auch Hefen sind wichtig. 24 Sorten werden auf der Hefebank gezüchtet, darunter schottische Ale- oder auch Champagner-Hefen. Jede Biersorte wird mit mindestens zwei unterschiedlichen Hefen gebraut.
Der Weg zum Biervisionär
Nach einer Brauereibesichtigung in der Schulzeit wusste Markus Berberich, dass er Bierbrauer werden wollte. Unbeirrt ging er den Weg durch Ausbildung und Studium. Brauer ist der 56-Jährige jetzt mehr als ein halbes Leben lang, davon 16 Jahre als Geschäftsführer der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund. Mit der Insel-Brauerei hat er sich einen Lebenstraum erfüllt, wurde Initiator, Gesellschafter, Geschäftsführer und Marketingchef. Zahlen sprechen für den Erfolg. Jährlich verkauft er drei bis vier Millionen Flaschen in 18 Länder.