Spezialität aus dem Fürstentum
Käse aus Liechtenstein? Das Fürstentum ist das sechstkleinste Land der Welt und allgemein bekannt für seine Kultur, eine elitäre Finanzwirtschaft und schöne Briefmarken. Aber auch Käsespezialitäten werden hier produziert. Der Hartkäse namens „Freche Kuh“ ist eine davon.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
„Dieser Käse schmeckt mir gut auf Brot. Sehr gern esse ich ihn auch pur oder als Käsespieß mit Weintrauben. Damit er schön cremig und würzig schmeckt, hole ich ihn etwa zehn Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank.“
Finn Jonas Schillaneck, Käseexperte im famila-Warenhaus Kiel-Dietrichsdorf
Zwischen der Schweiz und Österreich liegt das kleine Liechtenstein – ein Fürstentum in der Alpenregion mit einer Grundfläche von gerade einmal rund 160 Quadratkilometern. Die schöne Natur mit grünen Wiesen eignet sich ideal für bäuerliche Betriebe. Seit vielen Generationen gehört daher die Milchwirtschaft in Liechtenstein zum wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebszweig. Im Norden Liechtensteins, im Ort Schaan, ist die Kronen Käserei zu Hause. Der Familienbetrieb wurde 2022 gegründet und ist der einzige gewerbliche Milchverarbeiter im Fürstentum. Hier werden jährlich rund sechs Millionen Liter heimischer Milch nach guter handwerklicher Tradition zu Käsespezialitäten verarbeitet. Ein Großteil davon wird exportiert, vor allem in die Schweiz und die Europäische Union.
Kurze Wege, frische Milch
Die von der Kronen Käserei verarbeitete Milch stammt von den Kühen, die auf den Bauernhöfen in der Umgebung leben. Da die Entfernungen von den landwirtschaftlichen Betrieben bis zur Käserei kurz sind, ist Frische garantiert. Vor dem Verarbeiten wird die Milch zuerst gefiltert. Danach wird sie vorsichtig erwärmt und mikrofiltriert. So bleiben die wertvollen Nährstoffe erhalten, während unerwünschte Keime entfernt werden. Die Reifung erfolgt im Käsekeller auf Fichtenholzbrettern. Die Pflege der Käselaibe übernimmt ein Roboter namens Otto. Otto kann bis zu 420 Laibe pro Stunde mit Salz und Wasser bürsten. So bildet sich je nach Sorte eine Käseflora, die das typische Aroma ausmacht und zugleich wie eine natürliche Schutzschicht wirkt.
Liechtensteiner Allrounder
Zu den jüngsten Entwicklungen der Liechtensteiner Käseexperten gehört die „Freche Kuh“. Sie ist ein Hartkäse aus Rohmilch, der sechs Monate reifen darf und 50 Prozent Fett in der Trockenmasse enthält. Er enthält tierisches Lab und ist laktosefrei. Der Käseteig ist elfenbeinfarben bis hellgelb, er duftet würzig bis milchig. Der schützende Kunststoffüberzug wird vor dem Verzehr entfernt. Das Aroma des „frechen“ Hartkäses, der von seinen Eigenschaften her eher freundlich als keck daherkommt, ist würzig und nussig mit cremigem Mundgefühl. Insgesamt ist dieser typische Liechtensteiner ein Allrounder, der sich sowohl pur auf einer Käseplatte als auch fürs Pausenbrot oder zum Überbacken sehr gut eignet.