Verhext? Nein! Richtig zauberhaft
Rote Hexe, Alte Hexe – manche Käsesorten haben wirklich besondere Namen! Diesmal geht’s um die Alte Hexe, die länger gereifte Schwester der beliebten Roten Hexe. „Alt“ ist in diesem Fall ein Kompliment und Qualitätsmerkmal für den lange gereiften Käse.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
Ich verwende die Alte Hexe gern als Belag für Flammkuchen. Dazu reibe ich den Käse über Crème fraîche oder Schmand und würze die Mischung mit Speck, Zwiebeln und Kräutern. Er schmilzt perfekt und schmeckt angenehm würzig, ohne dominant zu sein.
Angelina Huß, Käseexpertin im famila-Warenhaus Mölln
Die Heimat der beiden Hexen ist die Bodensee Käse AG in der Schweiz, ein Familienunternehmen, das seit genau 100 Jahren im Dreieck Fürstenland, Toggenburg und Bodensee ansässig ist. Im Jahr 2008 wurde hier die beliebte Rote Hexe eingeführt. 2017 folgte die Alte Hexe, eine exklusive Schweizer Hart- und Schnittkäsesorte und länger gereifte Selektion der Roten Hexe. Sie unterscheiden sich durch ihre inneren Werte, auch wenn bei beiden auf dem Etikett eine Hexe mit ihrem Besen fliegt.
Kräftig, fein und mit zartem Schmelz
Die Alte Hexe wird aus Rohmilch hergestellt und lagert bei intensiver Pflege mindestens acht Monate in den Kellern der Bodensee Käse AG. Dabei reift sie zu einem kräftigen und würzigen Käse heran. Der Geschmack ist milchig-nussig mit fruchtigem Aroma. Die leicht mürbe, aber zugleich cremige Konsistenz überzeugt mit feinen Kristallen. Mit 55 Prozent Fett in der Trockenmasse hat die Alte Hexe gute Schmelzeigenschaften.
Familienkäserei in dritter Generation
Im Jahr 1926 wurde die heutige Bodensee Käse AG von Christian Oberli als „Emmentaler-Käserei Oberli“ gegründet. 1985 übernahm Käsermeister Christian Oberli in der dritten Generation den Betrieb, den er heute noch leitet – gemeinsam mit Geschäftsführer Marcel Ledergerber und zwölf Angestellten. Seit der Gründung wird auf Qualität gesetzt und die Käsekultur der Schweiz gepflegt. Hervorzuheben ist die Nähe zu den Milchlieferanten. Etwa 30 landwirtschaftliche Betriebe liegen im Umkreis von nur zehn Kilometern. Durch die kurzen Entfernungen kann täglich frische Milch von den Nachbarkühen geholt werden, die nur mit Heu und Gras gefüttert werden. Sie ist die beste Basis für diesen würzigen Käse – zauberhaft lecker und ganz ohne Hexerei.