Hannovers Tradition aus Hopfen und Malz
Herri ist Hannovers Traditionsbier, Herri ist Kult. Seit 2010 hat die Herrenhäuser Brauerei neue Eigentümer und heißt nun Privatbrauerei Herrenhausen. Gesellschafter Christian Schulz-Hausbrandt führt durch die Brauerei, deren Logo das Niedersachsenross ziert.
Foto(s): Frederik Röh
Das „Stübchen“, wie die urige hauseigene Kneipe heißt, liegt im obersten Stockwerk über der Abfüllanlage. An den Wänden hängen historische Fotos, und natürlich wird hier Bier verkostet – Herrenhäuser Premium Pilsener, Herrenhäuser Hannover Helles, Hannover Spezial und das eigene Weizenbier. Wer weniger Umdrehungen möchte, kann auf drei Sorten Herri-Alster, auf Cola-Mix oder Limo Orange ausweichen. Aus dem Fenster hat man den besten Blick über das rund zwei Hektar große Brauereigelände. Die Gebäude und Anlagen stammen teilweise noch aus den 1950er-Jahren und sind auf das Vierfache der heutigen Bierproduktion ausgelegt. „Es ist klar, dass wir etwas ändern müssen. Wir haben bereits unsere Produktion dem demografischen Wandel angepasst, bieten auch Softdrinks und alkoholfreie Biere an“, sagt Christian Schulz-Hausbrandt. Er ist Diplom-Braumeister, zuständig für Produktion, Technik und Logistik und ebenso geschäftsführender Gesellschafter wie sein Bruder Axel, der die Bereiche Vertrieb, Marketing und Verwaltung leitet.
Rettung einer Traditionsbrauerei
Der Name Schulz-Hausbrandt ist in der Branche bestens bekannt: Der Familie gehört die Privatbrauerei Wittingen im Landkreis Gifhorn, die ebenfalls von den Brüdern geleitet wird. Ihre Schwestern Anja und Nicole sind Gesellschafter beider Brauereien. Ohne die neuen Eigentümer würde es das Herrenhäuser Bier vielleicht nicht mehr geben. Die Brauerei wurde 1868 gegründet und produzierte das erste norddeutsche Pilsener. Sie ist heute Hannovers älteste noch existierende Privatbrauerei. Im Jahr 2010 musste die Brauerei, die damals seit fünf Generationen im Besitz einer hannoverschen Familie war, Insolvenz anmelden. Zum Glück für Hannovers Herri- Fans rettete die Familie aus Wittingen die Kultmarke. Die vier Geschwister übernahmen alle Gesellschaftsanteile.
Von der Vergangenheit in die Zukunft
Wenn eine Traditionsbrauerei sich neu erfindet, wird Großes geplant. „Wir wollen hier durch Umbauten, Neubauten und Umstrukturierung eine moderne Brauerei werden, effizient und klimaneutral“, so Christian Schulz-Hausbrandt. Die ältesten Bereiche werden stillgelegt und wenn nötig abgerissen. Entweder am alten Standort oder in der Nähe soll neu gebaut werden. „Die Prüfung der Pläne wird noch etwas dauern“, so der Brauereiexperte. „Daher werden in den nächsten Jahren Teile der Produktion nach Wittingen ausgelagert.“ Aber auch in Hannover wird weiter Bier gebraut, und die beliebten Führungen durch die Brauerei mit dem Niedersachsenross im Logo wird es ebenfalls weiterhin geben. Erhältlich bei famila in Celle, Langenhangen, Mellendorf, Neustadt a. Rgbe., Uetze und Walsrode.