Die hippen Knollen
SÜSSKARTOFFELN überraschen durch unkomplizierte Zubereitungsvielfalt und ihren vollmundigen Geschmack.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
„Viele Kunden fragen uns, ob Süßkartoffeln wirklich süß schmecken. Ja, sie sind süßlicher als Kartoffeln. Und richtig lecker!“
Jenny Lewerenz, Obst- und Gemüseexpertin im famila-Warenhaus Stralsund/Ostseecenter
Weltweit gehören Süßkartoffeln mit Maniok und Kartoffeln zu den am häufigsten angebauten Gemüsesorten. Auch hierzulande steigt die Nachfrage nach der länglichen Knolle, die ganzjährig im Handel erhältlich ist. Meist kommen die wärmeliebenden Süßkartoffeln aus Spanien, Ägypten und den USA. Doch der Wunsch nach regional erzeugten Obst- und Gemüsesorten wächst, sodass die Kultur für heimische Betriebe interessant geworden ist.
Süßkartoffeln auf heimischen Äckern
Mehrjährige Versuche in Forschungseinrichtungen haben dem deutschen Anbau den Weg geebnet. Allerdings ist das Risiko vielen Landwirten noch zu hoch. Während der 90-tägigen Wachstumszeit darf auf keinen Fall Frost auftreten. Süßkartoffeln werden nicht als Knollen, sondern arbeitsaufwendig als Grünstecklinge von Hand oder mit halbautomatischen Pflanzmaschinen in den Boden gebracht. Nach dem Abmähen des Laubs heben Erntehelfer die Knollen mit umgebauten Kartoffelrodern vorsichtig aus der Erde, um sie danach von Hand einzusammeln. Danach schließt sich das sogenannte Curing an, bei dem die frischen Knollen mindestens fünf Tage warm und feucht bei 27 Grad gelagert werden, damit die Schale aushärtet und das Gemüse lagerfähig wird.
Alternative zur klassischen Kartoffel
Süßkartoffeln heißen zwar so, sind aber mit unseren Speisekartoffeln nur sehr entfernt verwandt. Sie gehören wie Knöterich und Ackerwinde zu den Windengewächsen. Ihr Geschmack liegt irgendwo zwischen Möhre, Esskastanie und Kartoffel. Sie verleihen traditionellen Gerichten wie Puffer, Eintopf, Püree und Pommes eine neue Geschmacksnote. Man kann sie als Rohkost essen, backen, grillen und frittieren. Süßkartoffeln können alles.
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