Uriger Kräuterbursche
Ganz schön urwüchsig, dieser „Grüne Kerl“. Das Porträt eines bärtigen Naturburschen mit Hut grüßt die Käsegenießer auf dem markanten Etikett. Er gehört zu den Stars der Bio-Molkerei Paul Söbbeke, die immer wieder neue Produkte auf den Markt bringt. Hier liegt der Akzent von Jahr zu Jahr mehr auf Demeter-Qualität, und so wurde im Frühjahr 2020 dieser würzig-pikante Demeter-Käse geboren.
„Brennnesseln entschlacken, machen fit – und stecken in diesem leckeren Käse. Er ist gut auch für kleine Kinder geeignet, da er angenehm würzig und nicht zu pikant ist. Meine Enkel essen ihn sehr gern.“
Bettina Kruske, Käseexpertin im Markant-Markt Stralsund/„8. März“
Die Bio-Molkerei Söbbeke liegt in Gronau-Epe in Westfalen nahe der Grenze zu den Niederlanden. Gegründet wurde die Molkerei im grünen Münsterland um 1900 durch ortsansässige Milchhändler. 1929 wurde daraus ein Familienunternehmen, das heute Söbbeke heißt. 1988 hob Paul Söbbeke in dritter Generation die Bio-Molkerei aus der Taufe. Seit über 30 Jahren sind bei Söbbeke Bio-Pioniere aus Überzeugung am Werk. Im Jahr 2003 war das Unternehmen die erste einzige 100-prozentige Bio-Molkerei in Deutschland. Man legt großen Wert auf nachhaltige Produktion und stellt charaktervolle, würzige Schnittkäse mit ausschließlich natürlichen Zutaten her.
Origineller Mix der Aromen
Beim „Grünen Kerl“ dauert die Reife auf Fichtenbrettern acht Wochen, wobei der Käse von den Käsemeistern bis zu 50-mal in die Hand genommen wird, bis er perfekt ist. Seine Rezeptur liest sich wie ein Gourmet-Gericht mit aromatischer Kräuternote: Der rotgeschmierte Bio-Schnittkäse mit 50 Prozent Fett in der Trockenmasse wird in bester Demeter-Qualität aus nicht homogenisierter, frischer Vollmilch von Demeter-Höfen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hergestellt. Er enthält Brennnessel, Bärlauch und Wacholderbeeren und wird während der Reife mit einer Mischung aus Wildkräutern, Heidelbeeren, Quendelkraut, Dostkraut und Bärlauch affiniert. Natürlich werden ausschließlich Zutaten in Bioqualität verwendet. Der „Grüne Kerl“ schmeckt mit seiner pikanten Würze pur gewürfelt ebenso wie zum Abendbrot. Knackige Rohkost passt gut zu ihm, aber auch fruchtige Noten von Weintrauben, Apfelspalten oder Kiwi bilden interessante Kombinationen. Wichtig: Die Rinde des Käses vor dem Verzehr abschneiden.
Tradition des Münsterlands
Warum heißt so ein Käse „Grüner Kerl“? Die Käser von Söbbeke erzählen dazu eine Geschichte aus dem Münsterland. In früheren Zeiten zogen hier Händler mit Holzkarren übers Land und durch die Städte und verkauften den Menschen selbst gesammelte Wildkräuter wie wilden Bärlauch und Brennnessel. Daraus konnte eine regional beliebte Suppe gekocht werden, die traditionelle „grüne Neune“. Typisch war die Kleidung der Händer, die als grüne Kerle bezeichnet wurden. Sie trugen einen dunkelgrünen, knielangen Leinenkittel, eine Halsbinde und einen schwarzen Filzhut. Auf dem Käseetikett symbolisiert der Grüne Kerl aus dem Münsterland nun erneut seine natürliche Herkunft und sein Gespür für guten Geschmack.