Wenn die famila-family kocht, …
… schauen wir in die Töpfe des Iraks, Deutschlands und Spaniens. Im schicken „Hofladen“ des Langenhagener famila-Warenhauses wird für das Weihnachtsessen geprobt. Ob frittiert, geschäumt oder püriert: Super aromatisch kommt dieser Genussgipfel daher.
Foto(s): Frederik Röh
Farhad Abu Ghazala
Gerade hatte er das Biologiestudium begonnen, da zerstörte der Krieg im Irak Farhads Zukunftsträume. Die Flucht nach Hannover mit Eltern und Geschwistern glückte. In Langenhagen absolvierte der junge Mann seine Ausbildung bei famila. Farhad bedeutet „Freude“. Und die Freude bei famila-Warenhausleiterin Dagmar Rohmann war groß, als der heute 26-Jährige mit Bravour seine Prüfung bestand und jetzt den Infound Kassenbereich managt. Ganz nebenbei hat er auch noch Kochen gelernt. Der Sportfan schnippelt und frittiert mit Hingabe seinen „absoluten Lieblingssalat“.
Melanie Mionskowski
Hundeliebhaberin, Mutter eines Sohns, kochbegeistert und stets gut gelaunt: Das ist Melanie, genannt Meli. Mit 19 kam sie auf den Fisch, der seitdem fast ihr Leben bestimmt. Kulinarische Erfahrungen sammelte sie in Restaurants, im Eventmanagement sowie bei einem zweijährigen Ausflug in die Niederlande. Ein Fischbüfett für 600 Personen? Für sie kein Problem. Bei famila in Langenhagen verantwortet sie die Fischtheke und das Bistro und begeistert seit zehn Jahren mit ihren kreativen Präsentationen, Zubereitungstipps und Rezeptideen.
Rosa Maria Ferreiro
Mit 14 kam sie nach Deutschland, lernte Einzelhandelskaufrau und gehört seit Ende 2019 zur familaFamilie in Langenhagen. Die Mutter eines 18-jährigen Sohnes ist ein geborenes Verkaufstalent, weiß sie doch über fast alle 350 Sorten, die es an der riesigen Käsetheke gibt, Bescheid. Außerdem arbeitet sie bei der Produktion der hausgemachten Dips und Salate mit. Rosa Maria übte das Kochen schon als Kind bei der Großmutter im galizischen Ourense. Im Urlaub fährt sie allzu gern ins heimatliche Spanien, am liebsten auf die Insel Teneriffa.

Diese Kochrunde ist ganz besonders. Nicht nur, weil Farhad, Melanie und Rosa Maria als Kollegen sich tagtäglich sehen, alle drei absolut kochbegeistert sind und sich prächtig verstehen. Sondern auch, weil der Ort des Geschehens erstmals ein famila-Warenhaus ist. Dagmar Rohmann, Leiterin des Warenhauses, blickt sich im Hofladen um und nickt zufrieden. Die liebevolle Gestaltung wirkt total „echt“. An den Wänden stehen rustikale Regale, bestückt mit Produkten der Region. In der Mitte steht ein weißer großer Herd. „Ein idealer Ort für Verkostungen und Aktionen“, weiß die Chefin. Heute ist er mit einer grünen Girlande und roten Kugeln dekoriert, geht es doch um das Kochen eines dreigängigen Menüs, das die Hierleben-Leserinnen und -Leser auf die Vorbereitung eines weihnachtlichen Festessens einstimmen soll. „Ich war mir ziemlich sicher, dass für solch eine Aktion die Kandidaten auch mal ihren wohlverdienten Sonntag opfern würden“, sagt Dagmar Rohmann, die in Langenhagen mit fast 7.000 Quadratmetern Fläche und 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den größten aller famila-Märkte leitet.

Farhad steht bereits in Position, schneidet Gurken, Auberginen, Tomaten und Paprika für seinen Salat, der als Auftakt des Menüs in den Orient entführen soll. „Den könnte ich immer essen“, erklärt er und lässt die Auberginenstücke in das 175 Grad heiße Öl gleiten. Nach ein paar Minuten kommen die Stücke auf Küchenpapier zum Entfetten. Rosa Maria und Meli helfen beim Schneiden der Zwiebeln und verdrücken die eine oder andere Träne. Meli beginnt jetzt mit ihrem Fischgericht, das Rezept hat sie sich selbst ausgedacht. Zur Vorbereitung der Farce entfernt die Fischexpertin mit einem scharfen Messer Haut und Transchicht vom Seesaibling und rät: „Das sollte man sich am besten an der Fischtheke zuschneiden lassen.“ Sie schneidet den Saibling in Würfel, gibt die weiteren Zutaten hinzu und püriert sie zu einer Creme. Zum Schluss wird die geschlagene Sahne untergehoben. Die edlen Steinbuttfilets klopft sie vorsichtig flach, salzt und pfeffert, bestreicht den Fisch mit der Farce und gibt kleine Pak-Choi-Stückchen darüber. Nun werden die Filets vom Schwanzende her aufgerollt und mit einem Bambusspieß festgesteckt. Anstelle von Pak Choi könne man auch Mangold oder Spinat nehmen, empfiehlt die Fachfrau.
„Ich brauche eine neue Pfanne“, ruft Rosa Maria, die mit dem Karamellisieren des Zuckers beschäftigt ist. „Ist schon eine durchgebrannt?“, neckt Meli sie, und alle müssen lachen. „Man muss beim Schmelzen des Zuckers aufpassen. Angebrannt schmeckt er bitter“, weiß Rosa Maria aus Erfahrung. „Farhad, kannst du Sahne schlagen für den Safranschaum?“, fragt Meli. „Aber nicht zu Butter werden lassen.“
Die Frage nach Espuma-Geräten steht im Raum. Die Rede ist von Siphons, mit denen man mit Leichtigkeit Schäume herstellen kann. „Ich liebe Espumas, zu Hause habe ich mindestens sechs verschiedene Geräte dafür“, erzählt die kochbegeisterte Meli. „Für den Flan braucht man das nicht“, meint Rosa Maria und schlägt die Eier mit Milch und Zucker auf. „Wir Spanier mögen es süß, vor allem zu Weihnachten, das in meiner Heimat üblicherweise mit der ganzen Familie gefeiert wird.“ Meli kann da nicht mithalten. Meistens muss sie Heiligabend arbeiten, und für eine große Weihnachtsfeier bleibt nicht viel Zeit. Farhad dagegen feiert Weihnachten nicht, in seiner Religion haben andere Feste Priorität.
Die Küchencrew ist im Endspurt, Dagmar Rohmann hat Teller sowie Besteck poliert und den Tisch gedeckt: „Wir unterstützen uns immer gegenseitig, einer ist für den anderen da.“ Das kann Yvonne Redeker nur bestätigen. Die Regionalleiterin, die für die famila-Warenhäuser in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zuständig ist, ist extra gekommen, um das Langenhagener Kochevent mitzuerleben. Ihr Fazit: „Nicht nur das Menü ist köstlich, auch das famila-Team hier ist einfach super. Ich bin stolz auf diese Mannschaft.“
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