Liebe in Lila
Dieser hübsche Kohl startet jetzt in die Saison und kullert erntefrisch von norddeutschen Äckern in die Gemüseregale.
Foto(s): Frederik Röh, Henrik Matzen
Der Rotkohl ist wie alle Kohlsorten ein echtes Küstenkind. Der Ursprung aller heutigen Kohlköpfe liegt wahrscheinlich an den Küsten Westeuropas. Dort wächst der Wildkohl auf Felsen, über die ein kräftiger salzhaltiger Wind fegt. Küsten- kinder sind bekanntermaßen unkompliziert, robust und natürlich schön – eine Beschreibung, die auch wunderbar zum Rotkohl passt.
Mehr als ein Begleiter
Rotkohl ist für viele der klassische Begleiter zu gebratener Gans oder Ente sowie zu Wildgerichten. Andere kennen den Kohl als Zutat im Döner Kebab und in Wraps. Einige schwören auf vegetarische Rotkohllasagne, Rotkohlnudeln, Rotkohlkuchen und Rotkohl-Bruschetta. Das leicht süßliche Aroma harmoniert ausgezeich- net mit fruchtigen Zutaten wie Äpfeln, Orangen und Birnen.
Farbe ohne Worte
Eigentlich ist Rotkohl gar nicht rot, sondern eher lila. Doch als dieser Kohl im Mittelalter das erste Mal angebaut wurde, kannten die Menschen noch keine Bezeichnung für diese Farbe. Das Wort „lila“ stammt aus dem Arabischen und gelangte erst später in den deutschen Sprachgebrauch. Man half sich mit Adjektiven wie rot-blau oder blau-rot – und so heißt das Gemüse bei uns bis heute Rotkohl oder mancher- orts auch Blaukraut.
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